Was kostet Strom 2026 tatsächlich?
Bei den aktuellen Strompreisen muss zwischen verschiedenen Kundengruppen unterschieden werden. Der BDEW-Durchschnitt von 37 Cent umfasst die verfügbaren Tarife und bildet das allgemeine Preisniveau ab.
Günstige Neukundenangebote liegen im Juli 2026 dagegen teilweise bei ungefähr 25 bis 31 Cent pro Kilowattstunde. In der Grundversorgung werden regional hingegen noch rund 40 Cent oder mehr verlangt.
Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt bei unterschiedlichen Preisen:
| Strompreis | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| 25 Cent/kWh | 875 Euro |
| 30 Cent/kWh | 1.050 Euro |
| 37 Cent/kWh | 1.295 Euro |
| 40 Cent/kWh | 1.400 Euro |
| 45 Cent/kWh | 1.575 Euro |
Bereits ein Preisunterschied von fünf Cent pro Kilowattstunde macht bei diesem Verbrauch 175 Euro im Jahr aus.
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Der Strompreis für private Haushalte besteht aus drei großen Bereichen:
Strombeschaffung und Vertrieb:
Hierzu gehören der Einkauf des Stroms, die Kosten des Energieversorgers sowie Abrechnung, Service und Gewinn.
Netzentgelte:
Sie werden für den Transport des Stroms und den Betrieb der Stromnetze erhoben. Ihre Höhe unterscheidet sich regional teilweise erheblich.
Steuern, Abgaben und Umlagen:
Dazu gehören unter anderem Stromsteuer, Konzessionsabgabe, verschiedene Umlagen und die Mehrwertsteuer.
Der eigentliche Strom an der Börse ist deshalb wesentlich günstiger als der Preis, der später auf der Stromrechnung erscheint.
Warum unterscheiden sich die Strompreise regional?
Die Strompreise können sich von Ort zu Ort deutlich unterscheiden. Ein wichtiger Grund sind die regional unterschiedlichen Netzentgelte.
In dünn besiedelten Gebieten müssen die Kosten für das Stromnetz auf weniger Haushalte verteilt werden. Auch der Ausbau der Netze für Wind- und Solarenergie kann regional zu höheren Kosten führen.
Hinzu kommt die Konzessionsabgabe, die Stromversorger an Städte und Gemeinden für die Nutzung öffentlicher Straßen und Wege bezahlen. Sie beträgt bei privaten Haushalten abhängig von der Gemeindegröße zwischen 1,32 und 2,39 Cent pro Kilowattstunde.
Lohnt sich ein Wechsel des Stromanbieters?
Besonders Haushalte in der Grundversorgung können durch einen Anbieterwechsel häufig mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Auch ältere Sonderverträge sollten regelmäßig überprüft werden.
Beim Vergleich sollte nicht nur auf den angegebenen Arbeitspreis geachtet werden. Wichtig sind außerdem:
- monatlicher oder jährlicher Grundpreis,
- Dauer der Preisgarantie,
- Vertragslaufzeit,
- Kündigungsfrist,
- automatische Vertragsverlängerung,
- mögliche Bonuszahlungen,
- Voraussetzungen für den Bonus.
Tarife mit hohen einmaligen Boni wirken im ersten Jahr besonders günstig, können anschließend aber deutlich teurer werden.
Fazit
Die Strompreise sind in Deutschland zwischen 2016 und 2023 stark gestiegen. Den Höhepunkt erreichten sie im Jahr 2023 mit durchschnittlich 45,73 Cent pro Kilowattstunde. Seitdem hat sich die Lage entspannt.
Im Jahr 2026 liegt der bisherige Durchschnitt bei rund 37 Cent. Damit ist Strom wieder deutlich günstiger als während der Energiekrise, aber immer noch erheblich teurer als vor zehn Jahren.
Da zwischen Grundversorgung und günstigen Stromtarifen große Unterschiede bestehen, lohnt sich ein regelmäßiger Preisvergleich. Wer noch 40 Cent oder mehr pro Kilowattstunde bezahlt, findet häufig deutlich preiswertere Angebote.
Als Quellen und zur Aktualisierung eignen sich die Strompreisanalyse des BDEW sowie die Erhebungen des Statistischen Bundesamtes.


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