Wegen der hohen Nachfrage war Biodiesel monatelang nicht verfügbar. Bauern wollen jetzt eine eigene Rapsölpresse anschaffen.
THOMAS HÖDLMOSERSalzburg (SN). "Derzeit nicht verfügbar." Dieser Satz stand seit mehreren Monaten auf Biodiesel-Zapfsäulen der Lagerhaus-Tankstellen.
"Wir haben die benötigten Mengen nicht bekommen", sagt Karl Tiefenbacher von den Raiffeisen-Warenbetrieben. Ursache sei die Beimischung von Biodiesel im herkömmlichen Diesel. Dadurch sei der Verbrauch so stark gestiegen, dass es beim reinen Biodiesel zu Lieferengpässen gekommen sei. Seit wenigen Tagen sei der Biodiesel jetzt aber wieder an den Zapfsäulen verfügbar, sagt Tiefenbacher.
Wenig Nachfrage durch Autofahrer Seit Oktober wird österreichweit Diesel mit Biodiesel versetzt. Diesel besteht heute zu 95 Prozent aus herkömmlichen und zu fünf Prozent aus Biodiesel.
Der reine, aus Pflanzenöl hergestellte Biodiesel verringert nicht nur den Schadstoffausstoß. Er hat gegenüber herkömmlichem Diesel auch einen Preisvorteil. Derzeit kostet Biodiesel bei Raiffeisen, wenn erhältlich, 96 Cent pro Liter, herkömmlicher Diesel zwischen 98 und 99 Cent. "Biodiesel war auch schon um bis zu fünf Cent billiger als normaler Diesel", sagt Tiefenbacher.
Vor allem Landwirte, aber auch Frächter tanken ihre Fahrzeuge mit Biodiesel. Dass nur wenige Autofahrer davon Gebrauch machen, hängt damit zusammen, dass nicht alle Autotypen damit betrieben werden können. Und den Autofahrern, die bedenkenlos Biodiesel tanken könnten, sei diese Alternative oft nicht bewusst, sagt Peter Schmid vom ÖAMTC-Salzburg.
Experten gehen davon aus, dass es künftig zu Engpässen wie im heurigen Winter nicht mehr kommen wird, weil derzeit in Oberösterreich und in Wien neue Anlagen in Bau bzw. in Planung sind, in denen Rapsöl verarbeitet werden soll.
Um den Landwirten angesichts steigender Treibstoffkosten eine ganz neue Alternative anzubieten, plant der Maschinenring jetzt die Einrichtung einer Rapsölpresse im Raum St. Georgen. Dort sollen Landwirte die Möglichkeit bekommen, Traktoren, Hoflader und andere landwirtschaftliche Maschinen mit Rapsöl zu betreiben.
"Mit einem Treibstoffpreis von rund 60 Cent ist Rapsöl kostenmäßig interessant", sagt Manfred Tanner vom Maschinenring Flachgau. Rapsöl könne herkömmlichem Diesel beigemischt werden und nach Umrüstungen Diesel zur Gänze ersetzen. Derzeit sucht der Maschinenring Bauern, die sich an den Anschaffungskosten für die Presse in Höhe von rund 150.000 Euro finanziell beteiligen.
© SN.
Quelle: www.salzburg.com
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