Ökostrom-Branche lobt Kanzlerin Merkel |
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Die Branche der erneuerbaren Energien hat klare Vorstellungen, wie das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplante nationale Energiekonzept strukturiert sein muss. "Ein nationaler Energiepakt muss auf drei Säulen fußen", sagte der Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann, am Freitag der Netzeitung. "Auf einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien, einem gesetzlichen Rahmen für mehr Energieeffizienz und einer Diversifizierung beim Import fossiler Energieträger, um die Abhängigkeit von einem Land zu reduzieren."
Von Marcus Gatzke. Einer Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke erteilte er eine klare Absage und kritisierte gleichzeitig die von der CSU angestoßene Diskussion um die Atomenergie: "Die Versorgungssicherheit bei Öl und Gas hat nichts mit Atomkraft zu tun", erläuterte Lackmann. "Atomkraft kann Öl und Gas nicht ersetzen. Und zudem: Auch Uran muss importiert werden."
Atomkraft "löst keine Probleme"
Stattdessen müsse "festgelegt werden, mit welcher Geschwindigkeit die erneuerbaren Energien in Deutschland ausgebaut werden sollen", forderte der Verbands-Präsident. Die Atomkraft wird größtenteils für die Stromgewinnung genutzt, während Öl und Gas hauptsächlich der Wärmeerzeugung dienen. Äußerungen des Chefs des Windkraftanlagen-Herstellers Repower, Fritz Vahrenholt, der sich auch für eine Verlängerung der Laufzeiten stark gemacht hat, bezeichnete Lackmann als "absolut töricht": Die Atomenergie löse "überhaupt keine Probleme".
Zuvor hatten verschiedene CSU-Politiker - darunter Bundeswirtschafts-Minister Michael Glos - den Gas-Streit zwischen der Ukraine und Russland genutzt, um die Debatte um eine Verlängerung der Kraftwerks-Laufzeiten aufleben zu lassen. CSU-Chef Edmund Stoiber verlangte auf der Klausurtagung in Wildbad Kreuth, das Thema schon bei der ersten Kabinettsklausur Anfang kommender Woche auf die Tagesordnung zu setzen.
Merkel will Koalitionsvertrag einhalten
Stoiber wurde jedoch in der Folge von Kanzlerin Merkel ausgebremst, die auf die Einhaltung des Koalitionsvertrages, der die Abkehr von der Kernkraft bis zum Jahr 2020 festschreibt, pocht. Die Kanzlerin will jetzt auf einem Energiegipfel im Frühjahr ein Gesamtkonzept zur Energieversorgung vorbereiten.
Ihre Einlassungen wurden von Lackmann ausdrücklich begrüßt: "Es ist sehr löblich, dass Frau Merkel am Koalitionsvertrag festhalten will", sagte er. "Vertrag ist Vertrag - und auch die CSU kann kein Interesse daran haben, diesen leichtfertig aufs Spiel zu setzen." In Wildbad Kreuth sei "schon immer viel Lärm gemacht worden", so Lackmann weiter. Er vernehme aus der Union dagegen sehr viele positive Signale zum Ausbau der erneuerbaren Energien.
Energie-Effizienz per Gesetz
Lackmann sprach sich für eine gesetzliche Regelung der Energie-Effizienz aus: Die mündliche Vereinbarung von Einsparzielen reiche nicht, betonte er.
Als Beispiel nannte er gesetzlich festgeschriebene Höchstgrenzen für den Stromverbrauch von elektronischen Geräten. "Diese könnten dann in regelmäßigen Abständen überprüft und gesenkt werden", schlug Lackmann vor. "Dem Verbraucher allein die Verantwortung zuzuweisen, funktioniert nicht. Den Autoherstellern wird auch nicht freiwillig überlassen, ob sie Bremsen einbauen oder nicht."
Quelle: www.n24.de
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