Keine Engpässe beim Kaminholz |
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Steigende Gas- und Ölpreise sorgen für boomenden Markt bei Förstern/Auch Stammholz stark gefragt
KASSEL/WIESBADEN Kaminholz und Holzhackschnitzel - das war für die hessischen Förster immer nur ein Abfallprodukt. Der mit über 90 Prozent weitaus größte Teil des jährlichen Holzeinschlages in den Wäldern wird seit Jahren an die Holz be- und verarbeitende Industrie verkauft.
Angesichts steigender Preise für fossile Brennstoffe wie Gas und Öl hat sich dies in den letzten Monaten allerdings geändert. "Zur Zeit boomt die Nachfrage nach wohnortnahen Brennholz-Angeboten der hessischen Forstämter", sagt Horst Marohn, Sprecher von Hessen-Forst in Kassel. Allein seit 2001 habe sich die Verkaufsmenge beim Landesbetrieb Hessen-Forst mit mehr als 300 000 Raummetern verdreifacht. "Und der Trend setzt sich fort", glaubt Marohn. "Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Holz von Seiten privater Kunden zunimmt." Sorge, dass dem Land das Holz ausgehe, müsse indes niemand haben: "Die Nachfrage liegt selbst noch bei 600 000 bis 800 000 Kubikmetern weit unter dem, was nachwächst. Wir könnten noch weiter Nachfrage vertragen." Im Staatswald würden weitere Potenziale von Hessen-Forst auch zukünftig je nach Marktentwicklung aktiviert.
Vorrang habe hierbei die Strategie der kurzen, das heißt benzinsparenden Wege für den lokalen Endkunden. "Daneben beliefern die Rohholz-Großkunden des Landesbetriebes wie die Sägewerke den Energieholzmarkt mit zwangsläufig bei der Produktion anfallenden Hackschnitzeln", sagt Marohn. Teilweise würden sie auch zu Holzpellets weiterverarbeitet. Gerade die Pelletsheizungen erlebten angesichts steigender Öl- und Gaspreise derzeit einen Boom.
Sehr stark sei allerdings auch die Nachfrage nach Stammholz. Während Nadelholz überwiegend etwa für Dachstühle Verwendung finde, werden Eiche und Buche gerne zu Möbeln und Parkett verarbeitet. Auch die Furnierindustrie brauche viel Holz. "Bei Stammholz sind wir ausverkauft bis auf die Buche", bilanziert Marohn. "Der Markt boomt."
Hessen-Forst hat inzwischen seine Informations- und Beratungsangebote landesweit verstärkt. So werden auch Lehrgänge zum sicheren Umgang mit der Motorsäge beim Einschneiden des eigenen Brennholzes abgehalten. "Die sind stark nachgefragt und immer schnell ausgebucht", sagt Marohn. Aber nicht nur an die Kunden, die so auch in direkten Kontakt mit dem Förster kommen, wendet sich Hessen-Forst. Die Verantwortlichen versuchen auch, Privatwaldbesitzer dazu zu ermutigen, ihre schlummernden Holzvorräte zu Geld zu machen. "Deshalb bieten die Forstämter in den Zentren des hessischen Privatwaldes spezielle Beratungsangebote für den einzelnen Privatwaldbesitzer, aber auch für deren forstliche Zusammenschlüsse an", erläutert Marohn. In neun Forstämtern stünden hierfür so genannte Privatwald-Funktionsbeamte den Waldbesitzern mit Rat und Tat zur Seite.
Auf eine Feststellung aber legt Marohn wert: Trotz des wachsenden Marktes werde aber in Hessen immer genau darauf geachtet, dass nicht mehr aus dem Wald entnommen wird, als nachwächst. "Es wird genau berechnet, was man schlagen darf, ohne Raubbau zu betreiben", sagt er: "Jedes Forstamt weiß genau, was es nachhaltig einschlagen und vermarkten kann." Derzeit laufe der Wintereinschlag, und es würden schon Vertragsabschlüsse für das laufende Jahr gemacht. "Noch haben wir ein Angebot, und die Preisverhandlungen laufen", so Marohn optimistisch. Von Stefanie Widmann
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
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