Knöllchen aus dem EU-Ausland |
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Demnächst auch in Deutschland vollstreckt
Bad Windsheim (ARCD) - wonach Bußgeldbescheide aus dem EU-Ausland auch in
Deutschland vollstreckt werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass der
Betrag 70 Euro übersteigt. Die Neuregelung gilt für alle Bußgeldbescheide und
soll noch in diesem Jahr in Kraft treten. Der ARCD warnt Sommerurlauber, dass
Verkehrsverstöße im EU-Ausland auch verfolgt werden können, wenn die „Tat“ vor
Inkrafttreten der Gesetzesänderung begangen wurde. Entscheidend sei das Datum
des Bußgeldbescheides. Außerdem seien die Tarife im Ausland oft deutlich höher
als in Deutschland. So kommen Autofahrer hierzulande mit 40 Euro und einem Punkt
in Flensburg davon, wenn sie am Steuer zum Handy greifen, in Italien hingegen
kann unerlaubtes Telefonieren im Auto zwischen 155 und 594 Euro kosten. Bei
Parkvergehen sind in Deutschland höchstens 35 Euro Bußgeld fällig, in den
Niederlanden können es mehr als 70 Euro sein. Auch bei der Frage, wer belangt
werden kann, gibt es Unterschiede. In Deutschland ist die Halterhaftung derzeit
ausgeschlossen, in vielen europäischen Ländern wird sie hingegen praktiziert,
wenn der Fahrzeuglenker nicht ermittelt werden kann. Als Abkassiermeister bei
den deutschen Autotouristen gelten vor allem die Schweiz, die Niederlande,
Österreich und Belgien, wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen. Dass
die Bußgeldtarife für Verkehrsverstöße europaweit angeglichen werden sollen,
fordern drei von vier deutschen Autofahrern laut einer aktuellen Umfrage der
Prüforganisation DEKRA. Allerdings kann die Mehrzahl der Befragten dem neuen
Gesetz auch Gutes abgewinnen. Immerhin 60 Prozent der Befragten vertreten die
Meinung, dass die EU-weite Ahndung von Verstößen die Verkehrssicherheit
verbessert, für 58 Prozent sorgt die neue Regelung für mehr Gerechtigkeit. Ein
kleiner Trost verbleibt deutschen Autofahrern: Die hierzulande eingetriebenen
ausländischen Bußgelder fließen in die deutsche Staatskasse - das
Bundesfinanzministerium rechnet mit rund 10 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr.
Dies könnte den Verfolgungseifer der deutschen Behörden zusätzlich stimulieren.
Rechtskräftige Bußgeldbescheide aus dem Ausland treibt künftig das Bonner
Bundesamt für Justiz ein.
Auto- und Reiseclub Deutschland
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