Solarwirtschaft: Zukunft Deutschlands gefährdet |
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Parlament muss bei den Kürzung der Solarstromförderung dringend nachbessern, um Zukunftsbranche in Deutschland zu erhalten
Die heutige Kabinettsvorlage zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
stößt auf heftige Kritik der Solarbranche. Die außerplanmäßige Gesetzesnovelle
sieht ein ganzes Bündel von Einschnitten bei der Solarstromförderung vor.
„Ausmaß und Geschwindigkeit der Förderkürzungen bedrohen die Existenz großer
Teile der deutschen Photovoltaik-Industrie“, sagt Günther Cramer, Präsident des
Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar).
Nach Angaben des BSW-Solar steht damit Deutschlands Technologieführerschaft bei
einem der wichtigsten Zukunftsmärkte und die Existenz tausender der in den
letzten Jahren neu geschaffenen 60.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Die Solarbranche fordert die Politik auf, im jetzt folgenden parlamentarischen
Prozess die Gesetzesnovelle dringend nachzubessern und die Höhe der zusätzlich
geplanten Förderkürzungen zu halbieren. Der Kabinettsvorschlag sieht eine
zusätzliche Reduzierung der Einspeisetarife für Solarstrom um 15 bis 16 Prozent
zur Mitte des Jahres vor.
Zusammen mit den bereits jetzt im Gesetz fixierten Kürzungen von jeweils rund
zehn Prozentpunkten im Januar 2010 und Januar 2011 soll die Einspeisevergütung
laut Kabinettsvorlage binnen eines guten Jahres um rund ein Drittel
zusammengestrichen werden. „Wenn es bei dieser Höhe bleibt, droht irreparabler
Schaden für Deutschlands Solarwirtschaft“, so Cramer.
Der Kabinettsentwurf sieht zudem vor, Photovoltaikanlagen von
landwirtschaftlichen Flächen vollständig zu verbannen. „Hier wird ein tragendes
und hoch effizientes Marktsegment der Photovoltaik zerstört,“ so BSW-Solar
Geschäftsführer Carsten Körnig. Statt landwirtschaftliche Flächen ganz von der
Solarförderung auszuschließen, solle es z.B. eine Vorrangprüfung im Rahmen der
Aufstellung von Bebauungsplänen geben. So könnten im Einzelfall auftretende
Nutzungskonkurrenzen vermieden werden. Nicht einmal einer von 1.000 Hektar
landwirtschaftlicher Fläche werde nach Angaben des BSW-Solar gegenwärtig für die
Solarstromerzeugung genutzt.
Das Bestreben der Regierung, den Eigenverbrauch von Solarstrom zukünftig stärker
zu fördern, wird von der Solarbranche hingegen ausdrücklich begrüßt. Der derzeit
im Koalitionsentwurf vorgeschlagene Anreiz reiche aber nicht, um die überhöhte
Reduktion der Einspeisevergütung für Solarstrom nennenswert auszugleichen. Der
Eigenverbrauchsanteil des auf Eigenheimen erzeugten Solarstroms wird in der
Regel 25 Prozent nicht überschreiten, schätzt der BSW-Solar. Der geplante Bonus
sei zudem für Gewerbestromkunden mit ihren niedrigeren Stromtarifen ungeeignet.
Auch hier müsse nachgebessert werden.
Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert die Bundeskanzlerin und die Mitglieder
des deutschen Bundestages auf, im Rahmen des weiteren Gesetzgebungsverfahrens -
wie im Koalitionsvertrag vereinbart - im Dialog mit der Branche das EEG zu
überarbeiten. Eine schnellere Absenkung der Zuschüsse sei möglich, nicht aber in
dem geplanten Ausmaß und mit der Kappung ganzer Marktsegmente.
Pressekontakt:
Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)
David Wedepohl (Pressesprecher)
Tel: +49 30 2977788-30
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