| Unternehmen wählen Zulieferer zunehmend aufgrund der CO2-Emissionen aus |
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Bei vielen Unternehmen entsteht ein nicht unerheblicher Anteil der gesamten CO2-Emissionen in der Lieferkette.
Um ihre CO2-Emissionen in der gesamten Produktionskette (indirekte
CO2-Emissionen oder Scope 3-Emissionen) strategisch zu managen und zu
reduzieren, besteht für produzierende Unternehmen zunehmend der Bedarf an
belastbaren CO2-Emissionensdaten ihrer Lieferanten.
Die wichtigsten Ergebnisse sind:
•44 internationale Unternehmen und 710 Zulieferer nahmen in diesem Jahr am
Supply Chain Programm teil. Unter den 44 teilnehmenden Konzernen sind 20
US-amerikanische, 18 europäische und 4 asiatische Unternehmen, dazu jeweils ein
Konzern aus Brasilien und Australien. Es gibt bisher kein deutsches Unternehmen,
das an dem Programm teilnimmt. 90% der teilnehmenden Konzerne haben bereits
konkrete Treibhausgasemissions- oder Energieeinsparungspläne etabliert. Das ist
eine fast doppelt so hohe Quote wie bei allen Global 500 Unternehmen, die an das
CDP berichten
•Rücklaufquote verdoppelt: Ingesamt wurden 1.402 Zulieferer befragt. 51 % (710)
der Zulieferer haben ihre CO2-Emissionen berichtet (2008: 27%). 43% der
Antworten sind in der CDP-Datenbank öffentlich zugänglich.
•Bedeutung von CO2-Emissionen als Auswahlkriterium nimmt zu: Bereits 6 % der
teilnehmenden Konzerne sortieren schon heute Zulieferer aus, deren
CO2-Management ungenügend ist. Hierbei spielen sowohl Kosteneinsparungen als
auch strategische Überlegungen zur Positionierung als klimabewußtes Unternehmen
gegenüber Investoren und Konsumenten eine Rolle. Mehr als die Hälfte (56 %)
möchten daher in Zukunft Lieferanten nicht mehr beauftragen, wenn diese nicht
nachweisen können, dass ihr CO2-Management bestimmten Kriterien genügt.
•56 % der Zulieferer, die am Supply Chain CDP teilgenommen haben, planen ihre
CO2-Emissionen zu reduzieren oder ihren Energiebedarf zu senken. Nur 38% haben
festgelegte CO2-Reduktions- oder Energiereduktionsziele. Diese liegen im
Durchschnitt bei 3,6%. Das IPCC erachtet 3,8% für erforderlich um den
gefährlichen Klimawandel zu stoppen. Betrachtet alle Zulieferer im Durchschnitt
ergibt sich insgesamt ein Emissionsanstieg von 0,8%. Um diese Ziele zu
erreichen, verfolgenden die Zulieferer verschiedene Ansätze. 72% verbessern die
Energieeffizienz, 40% arbeiten an der Verbesserung von Produktionsprozessen und
22% geben an, erneuerbare Energien zu nutzen.
„Der CDP Supply Chain Project zeigt, dass das Bewußtsein für konsequentes
CO2-Management auch in der Zulieferkette erheblich wächst. Damit wird es auch
zum Faktor im Wettbewerb und Kunden und Kapital. Um so erstaunlicher ist es, daß
sich bisher kein einziges deutsches Unternehmen als Mitglied am CDP Supply Chain
Project beteiligt, kommentiert Caspar von Blomberg, Geschäftsführer des CDP
Deutschland den Bericht.
Der WWF fordert Unternehmen und deren Zulieferer auf, sich absolute
Reduktionsziele auch für indirekte Emissionen zu setzen. Nur wenn Unternehmen
eine treibende Kraft bei Emissionsreduktionen sind, kann der gefährliche
Klimawandel verhindert werden.
Kontakt
Sigrid Goldbrunner
Pressereferentin Klima- und Finanzsektor
Tel.:030 308742-42
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