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News Freitag, 30.03.2007 13:15

Ökostrom für alle

 

Strom aus sauberen Energiequellen erhöhen



Forscher des Max-Planck-Instituts fordert: Gesetzgeber könnte mit einem einfachen Eingriff die Nachfrage nach Strom aus sauberen Energiequellen schlagartig erhöhen / Bisherige Tarifpraxis zementiert umweltzerstörende Versorgungsstrukturen

Berlin, 29. März 2007 - Meinungsumfragen haben gezeigt, dass zwischen 50 und 90 Prozent der Deutschen gern sauberen Strom beziehen und dafür sogar mehr bezahlen würden. In der Realität sind aber nur etwa ein Prozent der privaten Haushalte tatsächlich Kunden bei Öko­stromanbietern. Um den Anteil des Ökostroms zu steigern, müsste die beste­hende Praxis der Stromversorgung nur „umgedreht“ werden, erklärt Daniel Pichert, Forscher am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im aktuellen Heft der SONNENENERGIE (Ausgabe 4/2007, EVT: 2. April 2007). Denn ein Grund für die Diskrepanz zwischen Wollen und Handeln: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Pichert verlangt deshalb vom Gesetzgeber, grünen Strom zur Grundver­sorgung zu erklären. Er argumentiert: Erhielten Kunden beim Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus den Ökostromtarif als Standardangebot, würden sie höchstwahrscheinlich dabei bleiben. Der Ver­haltensexperte verweist in der Fachzeitschrift aus dem Solarpraxis Verlag zudem auf die positiven Folgen einer solchen gesetzlichen Entscheidung. Die steigende Nachfrage nach Ökostrom würde die Konzerne dazu bewegen, stärker in die neuen Technologien zur Energieerzeugung aus Biomasse, Wind und Sonne zu investieren. Damit trage der Gesetzgeber dazu bei, sauberen Strom zu fördern und eine nachhaltige, umweltschonende Energiewirtschaft zu stärken.

Der Wechsel von der standardmäßigen Stromversorgung des örtlichen Versorgers zu einem Ökostromanbieter wie Lichtblick, Naturstrom oder Greenpeace energy scheitere oft aus rein psychologische Gründen, schreibt der Experte für das Kundenverhalten auf dem Strommarkt in der SONNENENERGIE. Zum einen fürchten viele Menschen den möglichen Aufwand, der mit einer Entscheidung zum Wechsel verbunden ist. Zum anderen werde die von vorn­herein etablierte Option, das Standardangebot, als Empfehlung anerkannt, die sich vermeintlich schon tausendfach bewährt habe. „Würde man Strom wie Autos oder Textilien behandeln, könnte die Nachfrage nach Ökostrom sofort in die Höhe schnellen“, ist sich der Diplompsychologe sicher.

Für Rückfragen:
Solarpraxis AG
Iris Kampf (Presse + Information)
Tel.: 030/265543-80 oder
E-Mail: kampf@sunbeam-berlin.de

Berlin - Veröffentlicht von pressrelations




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