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Quelle: www.echo-online.de
Der Odenwald als Energiequelle
Holz: Staatssekretär übergibt Bewilligungsbescheid zum Bau einer
Holzhackschnitzelfeuerungsanlage mit Nahwärmenetz
GRASELLENBACH. Die Firma HEFD GbR in Grassellenbach hat eine
Holzhackschnitzelfeuerungsanlage gebaut. Die Anlage bildet das Herzstück eines
Nahwärmenetzes, an das die Nibelungenhalle, das alte Schulhaus, ein
Seniorenwohnheim und ein Wohnhaus angeschlossen sind. Gründer des Unternehmens
sind Jörg Fuhr und Alexander Dörsam. „Wärmeerzeugung mit Holz stellt eine
zukunftsträchtige Technologie dar und daher unterstützt das Land den Bau mit 30
000 Euro“, sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt,
ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Karl-Winfried Seif (CDU) bei der Übergabe
des Förderbescheides in Grassellenbach.
„Während die Vorräte an fossilen Energieträgern zur Neige gehen, gehört Holz zu
den Rohstoffen, die nachwachsen“, so Seif weiter. Durch die ortsnahe
Verfügbarkeit entfallen Transportwege. Außerdem lassen sich durch das Heizen mit
Holz als weitgehend CO2-neutralem Energieträger Treibhausgaskonzentrationen
vermindern. So werde durch den Einsatz einer Tonne Holzhackschnitzel 400 Liter
Heizöl eingespart. Dadurch reduziert sich der CO2-Ausstoß um 1,2 Tonnen pro
Tonne Holzhackschnitzel. Die Nutzung stärke die regionalen
Wirtschaftskreisläufe, erhalte und schaffe Arbeitsplätze bei mittelständischen
Betrieben. Hessen ist mit einer Waldfläche von 40 Prozent das am dichtesten
bewaldete Bundesland, so Seif abschließend.
Zum Hintergrund: Die Anlage, die in Grasellenbach entsteht, hat eine Leistung
von 500 Kilowatt. Damit werden pro Jahr 580 000 Kilowattstunden Wärme
bereitgestellt. Durch den Betrieb der Holzfeuerungsanlage werden voraussichtlich
640 Megawattstunden fossiler Energie (64 000 Liter Heizöl pro Jahr) ersetzt.
Wie das Ministerium in einer Presseerklärung schreibt, stehen von dem in Hessen
zuwachsenden Holz 1,7 Millionen Kubikmeter zur Verfügung. Dies entspricht 367
Millionen Liter Heizöl. Damit könnten rechnerisch 122 000 Einfamilienhäusern
geheizt werden. Bis zur Hälfte des Energieholzes verbleiben derzeit ungenutzt in
den Wäldern, sagte Umweltstaatssekretär Seif bei der Eröffnung der Hessischen
Marketingkampagne ‚Heizen mit HolzPellets in Grasellenbach.
Aufgrund der Herstellungstechnik von Holzpellets, der Versorgungssicherheit
(zurzeit 24 Händler in Hessen) und der ausgereiften Heiztechnik sei diese Art
der Wärmeerzeugung ein weiterer Baustein, unabhängiger von fossilen Rohstoffen
zu werden.
Die wirtschaftlichen Aspekte einer Holzpelletheizung erläuterte der
Staatssekretär am Beispiel eines Einfamilienhauses (Niedrigenergiehaus). So
stellte Seif dar, dass die Investitionskosten für eine Holzpelletzentralheizung
14 000 Euro betragen. Bei einer angenommen Nutzungsdauer von 20 Jahren und
Inanspruchnahme der Fördermöglichkeit sei die jährliche Belastung über den
Kapitaldienst mit 1000 Euro so hoch wie bei einer Ölzentralheizung. Die
jährlichen Brennstoffkosten liegen bei einem Pelletpreis von 175 Euro je Tonne
zwischen 600 bis 700 Euro.
Die öffentliche Hand zahlt zur Förderung des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe
Zuschüsse. Die Landesregierung will die Anzahl der Holzpelletheizungen steigern.
Um dies zu erreichen, habe das Umweltministerium in diesem Jahr 50 000 Euro für
eine Marketing- und Informationskampagne zur Verfügung gestellt. Allerdings
erwarte er auch eine finanzielle Beteiligung der Wirtschaft, sagte Seif in
Grasellenbach bei der „Holzenergie Odenwald“, einem der bislang zwei
Pelletproduzenten in Hessen.
Unterstützt wird die Kampagne durch die Partner vom Fachverband Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik Hessen, vom Verband für Energiehandel Südwest-Mitte
und vom Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Hessen. Als weitere
Partner sollen Heizkesselhersteller, Architekten, Fachplanungsbüros und
Hausbaufirmen eingebunden werden.
Seif lobte gegenüber dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Holzenergie
Odenwald, Michael Monnheimer, die Initiative. Die schwierige Absatzsituation der
Holz verarbeitenden Betriebe und Sägewerke in der Region Odenwald/Bergstraße
habe dazu geführt, die Situation kritisch zu analysieren und nach Möglichkeiten
zu suchen, ein neues Absatzpotenzial zu erschließen. Vor einem Jahr haben sich
diese Betriebe zu der Holzenergie Odenwald GmbH & Co. KG zusammengeschlossen.
Monnheimer, der mit seinem vom Vater Heinz übernommenen Sägewerk auf 50 Jahre
Firmengeschichte zurückblicken kann, berichtete in seiner Begrüßungsrede von 100
Prozent Umsatzsteigerungen.
Quelle: dpa
Für Holz Holzhackschnitzel erwärmen sich immer mehr
Heizenergie - Billiger und umweltschonender als Öl. Heizen mit
Holzhackschnitzeln, Pellets und Holzscheiten BUCHENBACH. Billiger und
umweltschonender als Öl: Haustechniker Josef Schwär ist überzeugt vom Holzofen
in der Friedrich-Husemann-Klinik. »Die alten Öl- und Gaskessel mussten erneuert
werden und obendrein ist der Umweltschutz bei uns ein hohes Ziel«, begründet
Schwär die Umstellung der Psychiatrie-Fachklinik auf das Heizen mit Holz. Nach
drei Monaten Umbauzeit war im Juli die Anlage für 322 000 Euro fertig. Jetzt, in
der Kälteperiode, zeigt sich, das die Entscheidung für die Klinik in Buchenbach
vorteilhaft war.
VON KATHARINA HIEN »Die Temperatur in unserem Nahwärme-Netz ist viel konstanter
- früher ist sie um ganze fünf Grad geschwankt«, sagt Schwär. 16 Gebäude und
eine kleine Kirche muss der 900 Kilowatt-Kessel heizen. Diese Leistung reiche
auch für 30 Zweifamilienhäuser, rechnet Schwär vor. Geheizt wird mit so
genannten Holzpellets, die das benachbarte Holzpelletwerk anliefert. Die Pellets
erinnern an Kaninchenfutter und bestehen aus gepressten Holzabfällen. Neue
Info-Broschüre »Wir brauchen zwar fast wöchentlich 15 Tonnen, aber die
Belieferung ist sehr praktisch«, sagt Schwär. Da Holz beim Verbrennen weniger
Schadstoffe in die Luft abgibt als Öl oder Gas, wurde das Projekt vom Land mit
75000 Euro unterstützt. Die Anlage sei zwar 130000 Euro teurer gewesen als die
Erneuerung der alten Gas- und Ölkessel, sagt der Techniker. Jedoch seien
Holzpellets um 40 Prozent billiger als das für die gleiche Heizkraft benötigte
Öl. Darum schätzt er, dass die Ausgabe nach fünf Jahren amortisiert ist und noch
mindestens 15 Jahre arbeitet. »Auch im privaten Bereich wird Heizen mit Holz
immer beliebter«, sagt der Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg,
Martin Bentele. Von Ende Januar an sei die aktuelle Broschüre der Forstkammer
mit Brennholzadressen in Süddeutschland in den Landratsämtern zu haben. Heizen
mit Holz stoße auf immer mehr Resonanz, sagt auch der Freiburger Forstpräsident
Meinrad Joos. Grund seien die gestiegenen Preisen für die Energieträger Öl und
Gas. »Der Brennstoff Holz kostet nur die Hälfte von dem, was derzeit für Öl und
Gas berechnet wird«, sagt Joos. Die Holzscheite für ihren Bollerofen bekommt die
Familie Burkart bereits trocken vom Waldbesitzer geliefert. Weil sie mit Holz
viele Räume ihres Hauses heizen konnten, bekamen sie im vergangenen Jahr von
ihrem Energieversorger fast 400 Euro zurück erstattet. Neben dem Heizen mit
Holzscheiten und Pellets können auch preisgünstige Holzhackschnitzel genutzt
werden. »Diese sind für Schulen, Schwimmbäder oder Mehrfamilienhäuser sinnvoll«,
sagt Bentele. (dpa)
Quelle: www.fuldaerzeitung.de
„Bereits bewährt und ohne Risiko“
Bürgermeister Armin Faber hält die geplante Anlage für zukunftsweisend
BAD SALZSCHLIRF (vn) In Bad Salzschlirf wird die erste
Holzhackschnitzel-Großanlage im Landkreis Fulda gebaut. Warum er die Investition
für besonders zukunftsweisend hält, erläutert Bürgermeister Armin Faber (48).
Frage: Warum errichtet nicht die Gemeinde Bad Salzschlirf, die alleiniger
Eigentümer der Solehallenbad-Gesellschaft ist, die Anlage?
Armin Faber: Uns fehlt das technische Wissen, das die Biowärme Rhön einbringt.
Die Gemeinde darf sich nach der neuen Gemeindeordnung auch nur engagieren, wenn
Private die Leistung nicht erbringen können. Dank der kommunalen
Solebad-Gesellschaft, die sich über die Beteiligungs- und
Entwicklungsgesellschaft indirekt in die Gesellschaft Biowärme Bad Salzschlirf
einbringt, kann die Gemeinde mitentscheiden, ohne dass sie vor ihrem Engagement
jetzt die Kommunalaufsicht fragen musste.
Frage: Es gibt viele umweltschonende Techniken. Warum setzen Sie auf den
Holzhackschnitzel-Ofen?
Faber: Das ist eine technisch erprobte und andernorts bereits bewährte Technik.
So gehen wir keine Risiken ein und können die heimische Ressource Wald nutzen.
Die Holzhackschnitzel entstehen, indem Bäume nach dem Schlagen ein Jahr im Wald
trocknen und dann komplett in zehn Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite
Stücke zerschnitzelt werden.
Frage: Waren die heimischen großen Energieversorger, die Üwag und die GWV, nicht
an dem Projekt interessiert?
Faber: Doch. Beide Firmen haben uns interessante Angebote für die
Energiebelieferung gemacht. Die Beteiligung der Gemeinde an einer gemeinsamen
Gesellschaft lehnten aber beide ab. Wir wollen langfristig von den erwarteten
Gewinnen der Wärmeversorgung in Bad Salzschlirf profitieren. Deshalb ist uns die
Beteiligung so wichtig. Belastungsspitzen werden wir aber mit
Erdgas abdecken.
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