Biodiesel
Biodiesel ist ein Kraftstoff der nicht aus Erdöl sondern aus
pflanzlichen Ölen hergestellt wird. Die Eigenschaften sind dem normalen Diesel
ähnlich. Deshalb zählt der Biodiesel auch zu den erneuerbaren Energien. Chemisch
ist er Fettsäuremethylester. Die meisten Fahrzeuge sind jedoch serienmäßig nicht
Biodieseltauglich. Da in Biodiesel der selbe Weichmacher ist wie in den
Kfz-Schläuchen bzw. Benzinleitungen können selbige sich auflösen. Auch ist er
nicht immer einfach zu bekommen, da die Biodieseltankstellen nicht immer an
genügend Nachschub verfügen.

News
Quelle: www.oppt.de
Neue Veresterungsanlage für Biodiesel in
Mainz
Als „idealen“ Standort bezeichnete Wirtschafts-Staatssekretär Walter Strutz die
Landeshauptstadt Mainz für den Bau einer Veresterungsanlage und begrüßte die
Entscheidung der nordamerikanischen Firma Archer Daniels Midland (ADM), in
Rheinland-Pfalz eine Biodieselanlage mit 275 000 Tonnen Kapazität pro Jahr zu
bauen.
Strutz, der gerade von einer Delegationsreise aus Washington zurückkehrte,
zeigte sich überzeugt, dass insbesondere die zentrale Lage sowie die gute
Verkehrsinfrastruktur mit dem Rheinhafen entscheidend für die
Standortentscheidung gewesen seien. Innerhalb von Stunden könnte zu Wasser und
zu Land ein Großteil der Bundesrepublik Deutschland beliefert werden. „Mainz ist
der ideale Standort zur Produktion und zur Vermarktung von Biodiesel – sowohl in
Bezug auf die geographische Lage als auch hinsichtlich der Verfügbarkeit
entsprechender Pflanzenöle, die im Land erzeugt und über den Rhein an- und
abgeliefert werden“, unterstrich der Staatssekretär. „Die von ADM angekündigte
Planung sei nicht die erste ihrer Art“, so Strutz. Im August dieses Jahres habe
die bereits ansässige Firma Cargill den Bau einer weiteren Biodieselanlage mit
einer Kapazität von 200 000 Tonnen in Mainz angekündigt. Nach Ansicht des
Staatssekretärs hätten Biokraftstoffe in jüngster Zeit erheblich an
Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Allein im vergangenen Jahr habe die
Produktionskapazität für Rapsmethylester (RME) in Deutschland bei rund 1,1
Millionen Tonnen gelegen; der Absatz betrug rund 1,04 Millionen Tonnen. Strutz
führte dies vorwiegend auf die aktuellen Preishöchststände bei den
mineralölbasierten Kraftstoffen zurück. Gerade Rheinland-Pfalz mit seinen
ländlichen Strukturen könne mit den aus landwirtschaftlichen Kulturen gewonnenen
Biokraftstoffen in Zukunft erheblich punkten. „Für 2006 wird bereits eine
Produktionskapazität von rund 1,7 Millionen Tonnen erwartet. Durch diese neuen
Anlagen wird die wachsende Nachfrage nach Pflanzenölen für die
Biodieselproduktion befriedigt“, zeigte sich der Staatssekretär zuversichtlich.
Quelle: rundschau-online.de
Millionen fließen in Biodiesel-Anlage
CORDULA ORPHAL, 15.12.05, 22:15h
NIEDERKASSEL. Die schrecklichen Schwestern Rita, Katharina und Wilma beschwor
Shoshrot Lugani. Angesichts der Wirbelstürme, des Klimawandels und der
Ressourcenknappheit sei es „wichtiger denn je, wirtschaftlich verantwortlich zu
handeln“. Dazu leiste die Anlage der KL Biodiesel GmbH & Co. KG, für die gestern
auf dem Degussa-Gelände in Lülsdorf von Mitgliedern des indischen Clans der
symbolische Grundstein gelegt wurde, ihren Anteil.
Bisher beschäftigten sich die Luganis in Ratingen mit anderem Stoff: Sie sind in
der Textilbranche tätig, der Diesel aus Rapsöl soll ein weiteres Standbein sein
für die Kinder und Kindeskinder. „Bei uns in Deutschland“, sagte Lugani in
akzentfreiem Deutsch, „ist mit Hilfe steuerlicher Anreize eine Industrie um den
Biodiesel als alternativem Brennstoff aufgebaut worden.“ Deutschland habe in der
Welt einen wichtigen Vorsprung.
Eine Summe in zweistelliger Milliardenhöhe - genauere Angaben waren nicht zu
bekommen - investiert die KL Biodiesel in ihre erste Anlage, die von einem
Frankfurter Ingenieurbüro gebaut wird. 14 Arbeitsplätze werden hier entstehen.
Im Spätsommer kommenden Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen und pro Jahr 100
000 bis 120 000 Tonnen Biodiesel und als Nebenprodukt 13 000 Tonnen Glycerin
erzeugen. Und laufen die Geschäfte, gibt es schon Erweiterungspläne.
Die Partnerschaft mit der Degussa AG und die Lage am Rhein mit Gleisanschluss
und guter Verkehrsanbindung seien absolute Pluspunkte, lobte Shoshrot Lugani.
Der Regierungspräsident Hans Peter Lindlar verwies auf die schnelle Arbeit
seiner Behörde. Eine solche Genehmigung habe vor einem Jahr noch zwölf Monate
gedauert, nun seien es nur noch drei. Lindlar betonte aber auch, dass die
Biodiesel-Herstellung aus Rapsöl auf Dauer sicher nicht subventioniert werde.
„Das muss sich rechnen“, und der Biodiesel habe gute Chancen, dieses Ziel bald
zu erreichen. Ende 2006 würden in Deutschland zwei Millionen Tonnen des
alternativen Kraftstoffs erzeugt, der dann einen Marktanteil von sechs Prozent
habe. Bürgermeister Walter Esser nannte die Grundsteinlegung einen „großen Tag“
und stieß an auf gute Nachbarschaft: „Die Degussa hatte immer die Philosophie,
dass das Werk nicht am Werkszaun aufhört. Ich hoffe, das übernehmen Sie.“
Quelle: volksstimme.de
Biodieselproduktion wird in Sachsen-Anhalt ausgeweitet
Einen rasanten Aufschwung nimmt die Biodiesel-Produktion in
Sachsen-Anhalt. 150 000 Tonnen pro Jahr stellen die MUW Biodiesel
(Mitteldeutsche Umesterungswerke) im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen her. Das
Magdeburger Bioölwerk hat seine Kapazität auf 75 000 Tonnen erweitert. In Halle
hat die Biodieselanlage von JCN Neckermann mit einer Kapazität von 57 000 Tonnen
die Produktion gestartet, und in Piesteritz bei Wittenberg soll ab Ende 2006
eine Großanlage 220 000 Tonnen Biodiesel jährlich erzeugen.
Bitterfeld. Georg Pollert, Geschäftsführender Gesellschafter bei MUW sieht die
Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Um den Absatz des „grünen“ Kraftstoffes
muss er sich derzeit keine Sorgen machen. Das Werk im Chemiepark
Bitterfeld-Wolfen beliefert die Mineralölindustrie und mehrere Großabnehmer. Als
Beimischung zum mineralischen Diesel ist der Kraftstoff gefragt. Auch die
Maschen des Tankstellennetzes für reinen Biodiesel werden in Deutschland immer
enger.
Der Jahresumsatz des Unternehmens mit 52 Mitarbeitern (darunter sechs Lehrlinge)
liegt bei 110 Millionen Euro. „Wir haben die letzten zwei Jahre sehr gut
verdient“, sagt Pollert. Doch die enorm wachsenden Produktionskapazitäten im
Land würden das Angebot von Rapssaat und Rapsöl verknappen und die
Rohstoffpreise weiter nach oben treiben, befürchtet er. Gleichzeitig sinken die
Verkaufspreise für das Nebenprodukt Pharmaglycerin. Anders als beispielsweise
das Bioölwerk Magdeburg, das die in der Region geerntete Rapssaat vorwiegend
selbst presst, verfügen die MUW über keine eigene Ölmühle. Sie beziehen das
Pflanzenöl aus Hamburg, Riesa, dem Ruhrgebiet und aus Polen. In diesem Jahr
haben die MUW-Gesellschafter Bernd Sauter, Claus Sauter und Pollert in den Bau
einer Biodieselanlage in Schwedt mit ebenfalls 150 000 Tonnen Jahreskapazität
investiert. „Zum Bau einer eigenen Ölmühle sind wir noch nicht gekommen.“, so
der Geschäftsführer. „Jetzt sind wir etwas spät dran.“
Quelle: taz.de
Biodiesel soll erstmals besteuert werden
Bisher wurde für Biodiesel keine Mineralölsteuer fällig - ab
2007 sollen es 10 bis 15 Cent pro Liter sein
BERLIN taz Biodiesel wird teurer: Ab 2007 soll die Steuerbefreiung auslaufen, so
hat es die große Koalition beschlossen. 10 bis 15 Cent
Mineralölsteuer würden
dann pro Liter reinem Biodiesel anfallen. Dies ist immer noch weniger als beim
normalen Diesel, dort beträgt der Steuersatz 47 Cent je Liter.
Inzwischen wird der reine Biodiesel an rund 1.900 Tankstellen verkauft.
Theoretisch. Denn "Biodiesel ist praktisch ausverkauft", sagt Stephan Zieger vom
Bundesverband Freie Tankstellen. Diese Knappheit lässt die Preise steigen. Trotz
der Steuerbefreiung ist Biodiesel an der Zapfsäule "nur noch 3 bis 4 Cent
billiger" als normaler Diesel, hat Zieger festgestellt. "Der Biodiesel ist tot,
wenn er besteuert wird."
Auch der grüne Umweltpolitiker Hans-Josef Fell moniert, dass die geplante
Mineralölsteuer für reinen Biodiesel "etwas zu hoch" sei. Er hält 5 Cent für
angemessen - also 10 Prozent des regulären Mineralölsteuersatzes. Denn etwa ein
Zehntel des reinen Biodiesels bestehen aus fossilem Methanol, das aus Erdöl oder
Erdgas gewonnen wurde. "Das könnte ruhig besteuert werden."
Neben dem reinen Biodiesel gibt es auch "Beimischungen": Bis 2,4 Prozent des
normalen Diesels sind inzwischen Biodiesel. Bis 2010 soll der Anteil auf 5,75
Prozent steigen, hat die EU dekretiert. Bisher ist auch der beigemischte
Biodiesel steuerfrei - künftig soll für ihn der volle Steuersatz von 47 Cent
gelten.
Die Bild am Sonntag ist schon alarmiert: Normaler Diesel würde dann um 3 Cent
pro Liter teurer, meldete das Blatt. Diese Sorge teilt nicht jeder, denn "da
gibt es noch Spielräume bei den Preisen", sagt Fell. Hartnäckig hält sich der
Verdacht, dass die Mineralölkonzerne den steuerfreien Biodiesel bisher
beigemischt haben, ohne die Kostenersparnis an ihre Kunden weiterzugeben.
Die Steuerbefreiung des Biodiesels hat den Bund 2004 rund 559 Millionen Euro
gekostet. Schon die rot-grüne Regierung befand im Sommer, dass diese Subvention
zu großzügig bemessen sei. In einem Bericht an den Bundestag rechnete sie vor,
dass der reine Biodiesel um 5 Cent pro Liter "überfördert" würde und die
Beimischungen sogar mit 10 Cent.
Ähnlich urteilte jüngst das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI: Die
Steuerbefreiung für Biodiesel sei "weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll".
Denn Biodiesel würde die Treibhausgase nicht um 100, sondern nur "zwischen 41
und 78 Prozent" reduzieren - und dies bei immensen Kosten. ULRIKE HERRMANN
Quelle: netzzeitung.de
Biodiesel soll teurer werden
In ganz Deutschland schießen Biodieselanlagen wie Pilze aus
dem Boden. Ende des Jahres wird die Produktionskapazität bei knapp zwei
Millionen Tonnen liegen. Im nächsten Jahr werden es bereits 2, 5 Millionen
Tonnen sein. Und bis Ende 2007 wird voraussichtlich die 3-Millionen-Tonnen-Marke
geknackt. Allerdings bleibt der Ausbau der Ölmühlenkapazitäten derzeit hinter
der Entwicklung der Biodieselproduktion zurück. Experten der Union zur Förderung
von Öl- und Proteinpfl anzen (UFOP) befürchten deshalb, dass es zu Engpässen bei
der Bereitstellung von Rapsöl kommen könnte und mahnen Investitionen in Ölmühlen
an.
Laut UFOP reagieren die Landwirte in Deutschland mit einer Ausweitung des
Rapsanbaus auf die wachsende Nachfrage nach Biokraftstoff. Raps sei laut einer
Umfrage unter Landwirten für die Ernte 2006 auf einer Rekordfl äche von 1, 43
Millionen Hektar ausgesät worden. Das ist ein Zuwachs von 7, 8 Prozent oder 103
000 Hektar.
In Sachsen-Anhalt wurde Raps in diesem Jahr auf 142 000 Hektar angebaut. Nach
der UFOP-Umfrage wurde diese Fläche für die nächste Ernte um 11, 9 Prozent
ausgedehnt.
Von Bettina Koch
Quelle: n-tv.de
Biodiesel bleibt begünstigt
Union und SPD wollen reine Biokraftstoffe entgegen ihrer Koalitionsvereinbarung
nun doch weiter steuerlich fördern. "Dies zeichnet sich nach Gesprächen zwischen
den neuen Regierungsfraktionen klar ab", sagte der SPD-Energiepolitiker Hermann
Scheer der "Berliner Zeitung". Reine Ökokraftstoffe wie Biodiesel, aber auch
Bioethanol, sollen demnach weiter von der Mineralölsteuer befreit bleiben.
Ursprünglich hatten Union und SPD vereinbart, die bisherige Steuerbefreiung zu
streichen und durch einen Beimischzwang zu ersetzen. Dies hatte bei Landwirten
und Branchenverbänden scharfen Protest hervorgerufen.
Wie die Zeitung unter Berufung auf Union und SPD berichtet, läuft nun alles auf
einen Kompromiss hinaus. Scheer zufolge sollen Biokraftstoffe in Reinform wie
bisher von der Mineralölsteuer in Höhe von 47 Cent je Liter befreit werden. Dies
sichert Biodiesel an den Zapfsäulen gegenüber normalem Diesel einen Preisvorteil
zwischen zehn und zwanzig Cent je Liter. Mit der Mineralölsteuer sollen dagegen
künftig diejenigen Biokraftstoffe belegt werden, die regulären Kraftstoffen
beigemengt werden.
Auch der CSU-Umweltpolitiker Josef Göppel erklärte laut Zeitung, dass reiner
Ökokraftstoff vorteilhaft für die Umwelt sei und deswegen von der
Mineralölsteuer befreit sein müsse. Die Steuer werde nur auf die beigemischten
Mengen anfallen. Auf diese Linie habe sich die Bundestagsfraktion von CDU und
CSU in ihrer Sitzung am vergangenen Sonntag verständigt.
Quelle: www.echo-online.de
Bio-Diesel in Umstadt
Umwelt: Dieselfahrzeuge der Stadtwerke fahren mit Pflanzenöl –
Etliche Vorteile
GROSS-UMSTADT. Auf Initiative der städtischen Energieberatung fahren alle
Dieselfahrzeuge der Stadtwerke mittlerweile mit „plantanol-diesel“. Dieser neu
entwickelte Treibstoff besteht nach Angaben der städtischen Pressestelle zu
fünfzig bis siebzig Prozent aus reinem Pflanzenöl und zu dreißig bis fünfzig
Prozent aus Diesel. Die Basis von plantanol-diesel bilden modifizierte
Pflanzenöle, die durch Zündkraft verstärkende und Verbrennung verbessernde
pflanzlichen Komponenten aufgewertet sind. Laut Hersteller und Langzeittests
gibt es klare ökologische Vorteile, höhere Leistungsausbeute und dadurch
geringeren Kraftstoffverbrauch bei geräuscharmem und schonendem Lauf des Motors.
Quelle: Norddeutsche Neueste Nachrichten Von Reiner Frank
Biodiesel-Werk für Rostocker Ölhafen
Investor ist Biopetrol Industries/Anlage baut Lurgi AG
Im Großtanklager des Rostocker Ölhafens soll ein Biodiesel-Werk entstehen.
Investor ist die Biopetrol Industries AG aus Zug in der Schweiz, die die Anlagen
bei der Lurgi AG in Frankfurt/Main bauen lässt.
Die Anlagen werden für eine Produktion von 150 000 Tonnen im Jahr ausgelegt. Mit
Option einer Erhöhung auf 200 000 t. Die Investition beläuft sich auf 23 bis 24
Millionen Euro, der Vertrag mit dem Anlagenbauer Lurgi ist gezeichnet, Ende
Oktober 2006 soll das Werk voll produktionswirksam sein und ca. 30 Jobs
schaffen, erklärt Holger Künzel, Mitglied des Verwaltungsrates von Biopetrol
Industries. Wenn das Wetter es zulässt, wird in den nächsten Tagen mit dem
Erdbau im Ölhafen begonnen und danach die Bodenplatte gesetzt.
Die Biopetrol Industries AG mit Sitz in Zug (Schweiz) produziert und vertreibt
mit ihren Tochtergesellschaften Biodiesel und Pharmaglycerin, was bei der
Biodiesel-Produktion als Beiprodukt entsteht. Zur Gruppe mit ihren 63
Mitarbeitern gehört die Produktionsstätte im brandenburgischen Schwarzheide, wo
gegenwärtig 150 000 t Biodiesel sowie 30 000 Pharmaglycerin produziert werden.
Der Kurs ist auf Expansion abgesteckt. Biopetrol Industries ist nach eigenen
Angaben auf dem Wege in die Top 5 der europäischen Biodiesel-Hersteller. Für
2008 wird eine Jahreskapazität von rund 750 000 t Biodiesel sowie 70 000
Pharmaglycerin angesteuert. Nach Rostock sind neue Anlagen in Westdeutschland
und Benelux geplant.
Biodiesel ist neben Bioethanol (auch hier gibt es im Hafen Ansiedlerpläne) eine
Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen, bietet Umwelt- und auch ökonomische
Vorteile Er wird aus nachwachsenden Pflanzen wie Raps gewonnen. Rapsöl als
Ausgangsstoff wird im Rostocker Hafen bereits für das Werk in Schwarzheide
umgeschlagen.
Quelle: Ludwigsluster Tageblatt
Politik unterstützt Biodiesel-Hersteller
Bürgermeister stellt Baurecht für 2006 in Aussicht
Ludwigslust • Seit einem Jahr bemüht sich eine Hamburger Investorengruppe um
einen Standort im Ludwigsluster Industriegebiet, neben der Thermischen
Abfallverwertungsanlage. Auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche will eine seit
über 80 Jahren am Markt befindliche Firma nachwachsende Rohstoffe verarbeiten.
Die am Standort Ludwigslust entstehende Oleo Produktion GmbH will in der
weiteren Entwicklung aus Rohöl nicht nur Biodiesel herstellen. Nach anfänglichen
Problemen mit dem noch nicht vorhandenen B-Plan (SVZ berichtete) konnten vor
einem Treffen mit Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet zwischen Bauamt der Stadt
und Peter Carroux sowie Hartmut Villeumier, beide Nordische Oelwerke,
inhaltliche Ziele abgeglichen werden.
Im Gespräch versicherte Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann, dass in der
Stadtvertretung am 14. Dezember die erste Abwägung aus der vorgezogenen
Beteiligung der Genehmigungsbehörden erfolgt und bis März/April 2006 der Stand
für die Baugenehmigung erreicht sein könnte.
"Nachdem das Baurecht kein Problem mehr zu sein scheint, sind wir wild
entschlossen zu bauen", erklärt Manager Hartmut Villeumier. Neben der Förderung
bilden die Autobahnabfahrt der künftigen A14 vor der Haustür und die Nähe des
Autobahnkreuzes A14/A24 für die Hamburger, von der Logistik her, einen optimalen
Standort. An die Adresse des Wirtschaftsministers gerichtet, verwies Villeumier
darauf, dass der Mittelstand für Investitionen Sicherheit über Jahre brauche.
Kapitalmittel kämen für den Mittelstand oft von Banken. Diese seien geschockt
von der Festlegung im Berliner Koalitionsvertrag, Abstriche bei der
Biodieselförderung vorzunehmen.
Angesichts knapper werdender Rohstoffe in der Welt dürfte in Berlin noch
Nachdenken zu erwarten sein. Infolge der veränderten EU-Förderungen bietet sich
mit dem neuen Werk auch für die Bauern ein interessantes Wirtschaftsfeld, so die
Aussage. Wolf-Helmut Sieg, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft des
Landkreises, sieht hier erweiterte Anbaumöglichkeiten. Eine Alternative zu
rückläufigen Mitteln aus der Agrarförderung könnte auch die Rohölherstellung
sein, zu der sich Agrargesellschaften zusammen schließen könnten, um das neue
Werk zu beliefern. Eine Jahresverarbeitungskapazität von 100000 Tonnen biete
Perspektiven in einer zukunftsträchtigen Branche.
Quelle: RWI Essen:
Biodiesel zunehmend besteuern
Essen, den 1. Dezember 2005 - Nach einer aktuellen Studie des RWI Essen sollte
die völlige Steuerbefreiung von Biodiesel abgeschafft werden. Sie lässt sich
weder mit Beschäftigungseffekten, noch durch die Ökobilanz oder Gründe der
Emissionsvermeidung rechtfertigen. Ebenso kritisch ist eine Beimischungspflicht
für Biodiesel zu bewerten. Stattdessen sollte die Forschung im Bereich
Biotreibstoffe vorangetrieben werden, damit diese zukünftig ohne spezielle
Förderung am Markt bestehen können.
Biodiesel weiterhin von der Mineralölsteuer zu befreien, ist weder ökonomisch
noch ökologisch sinnvoll. Stattdessen sollte Biodiesel in Zukunft wenigstens
teilweise und zunehmend besteuert werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen
Studie des RWI Essen. Momentan wird auf Biotreibstoffe wie Biodiesel und
Bioethanol keine Mineralölsteuer erhoben. Dies soll helfen, die unverbindlichen
Quoten der EU-Richtlinie 2003/30/EC für Biotreibstoffe zu erfüllen. Demnach wird
in den EU-Mitgliedstaaten für 2005 ein Biotreibstoffanteil von 2 Prozent
angestrebt, bis 2010 ist ein Anteil von 5,75 Prozent vorgesehen. Bereits im Jahr
2004 verursachte die Steuerbefreiung von Biodiesel allein in Deutschland
Steuerausfälle von rund 500 Millionen Euro. Zur Zeit ist Deutschland innerhalb
der EU der mit Abstand größte Produzent von Biodiesel.
Die Steuerbefreiung wird neben Umwelteffekten auch mit positiven
Beschäftigungseffekten in der Landwirtschaft gerechtfertigt. Aus ökonomischer
Sicht hemmt diese Subventionierung jedoch den notwendigen Strukturwandel im
Agrarsektor. Um den angestrebten Biodieselanteil von 5,75 Prozent zu erreichen,
käme es zudem zu vermehrtem Wettbewerb um Ackerland, da der Rapsanbau erheblich
ausgeweitet werden müsste. Dies könnte zu höheren Preisen für landwirtschaftlich
erzeugte Nahrungsmittel führen.
Steuerbefreiung lässt sich nicht mit Ökobilanz begründen
Bei genauerer Betrachtung aller ökologischen Wirkungen zeigt sich, dass sich die
Steuerbefreiung von Biodiesel auch aus der Perspektive der Umwelt nicht
rechtfertigen lässt. So reduziert sich zwar der Ausstoß von Treibhausgasen
gegenüber fossilem Diesel, jedoch nicht um 100 Prozent, sondern nur um einen
Wert zwischen 41 und 78 Prozent. Dies liegt sowohl am geringeren Energiegehalt
des Biodiesels, als auch an der energieintensiven Verarbeitung des Raps. Die
große Bandbreite resultiert unter anderem daraus, ob und in welcher Höhe
weiterverwertbaren Nebenprodukte der Biodieselproduktion in der Ökobilanz
berücksichtigt werden.
Darüber hinaus ist Biodiesel keinesfalls eine kosteneffiziente Strategie zur
Emissionsvermeidung. Mit ca. 140 bis 300 Euro pro Tonne liegen die
Emissionsvermeidungskosten weit über dem mittelfristig geschätzten Preis von 30
Euro pro Tonne für CO2-Zertifikate. Biodiesel bedarf deshalb auch in Zeiten des
Emissionshandels einer Förderung.
Forschung sollte intensiviert werden
Da weder ökonomische noch ökologische Motive für eine weitere komplette
Steuerbefreiung von Biodiesel sprechen, fordert das RWI Essen, Biodiesel in
Zukunft zumindest teilweise und zunehmend zu besteuern. Es rät hingegen davon
ab, die Steuerbefreiung - wie im Koalitionsvertrag von CDU und SPD vorgesehen -
durch eine Beimischungspflicht zu ersetzen. Die Mineralölwirtschaft würde die
damit verbundenen Kosten voraussichtlich über höhere Dieselpreise an die
Verbraucher weitergeben. Zudem würden auch in diesem Fall die Preise für
landwirtschaftlich erzeugte Nahrungsmittel steigen, da der ausgedehnte Rapsanbau
eine Konkurrenz um Ackerflächen zur Folge hätte.
Begrüßt wird vom RWI Essen hingegen die im Koalitionsvertrag festgeschriebene
Absicht, Forschung und Entwicklung bei nachwachsenden Rohstoffen voranzubringen.
Auf diese Weise könnten auf längere Sicht Biotreibstoffe entwickelt werden, die
auch ohne Steuerbefreiung oder Beimischungspflicht am Markt bestehen könnten.
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