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 Home » Biodiesel
 

Biodiesel

Biodiesel ist ein Kraftstoff der nicht aus Erdöl sondern aus pflanzlichen Ölen hergestellt wird. Die Eigenschaften sind dem normalen Diesel ähnlich. Deshalb zählt der Biodiesel auch zu den erneuerbaren Energien. Chemisch ist er Fettsäuremethylester. Die meisten Fahrzeuge sind jedoch serienmäßig nicht Biodieseltauglich. Da in Biodiesel der selbe Weichmacher ist wie in den Kfz-Schläuchen bzw. Benzinleitungen können selbige sich auflösen. Auch ist er nicht immer einfach zu bekommen, da die Biodieseltankstellen nicht immer an genügend Nachschub verfügen.


News

Quelle: www.oppt.de

Neue Veresterungsanlage für Biodiesel in Mainz
Als „idealen“ Standort bezeichnete Wirtschafts-Staatssekretär Walter Strutz die Landeshauptstadt Mainz für den Bau einer Veresterungsanlage und begrüßte die Entscheidung der nordamerikanischen Firma Archer Daniels Midland (ADM), in Rheinland-Pfalz eine Biodieselanlage mit 275 000 Tonnen Kapazität pro Jahr zu bauen.
Strutz, der gerade von einer Delegationsreise aus Washington zurückkehrte, zeigte sich überzeugt, dass insbesondere die zentrale Lage sowie die gute Verkehrsinfrastruktur mit dem Rheinhafen entscheidend für die Standortentscheidung gewesen seien. Innerhalb von Stunden könnte zu Wasser und zu Land ein Großteil der Bundesrepublik Deutschland beliefert werden. „Mainz ist der ideale Standort zur Produktion und zur Vermarktung von Biodiesel – sowohl in Bezug auf die geographische Lage als auch hinsichtlich der Verfügbarkeit entsprechender Pflanzenöle, die im Land erzeugt und über den Rhein an- und abgeliefert werden“, unterstrich der Staatssekretär. „Die von ADM angekündigte Planung sei nicht die erste ihrer Art“, so Strutz. Im August dieses Jahres habe die bereits ansässige Firma Cargill den Bau einer weiteren Biodieselanlage mit einer Kapazität von 200 000 Tonnen in Mainz angekündigt. Nach Ansicht des Staatssekretärs hätten Biokraftstoffe in jüngster Zeit erheblich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Allein im vergangenen Jahr habe die Produktionskapazität für Rapsmethylester (RME) in Deutschland bei rund 1,1 Millionen Tonnen gelegen; der Absatz betrug rund 1,04 Millionen Tonnen. Strutz führte dies vorwiegend auf die aktuellen Preishöchststände bei den mineralölbasierten Kraftstoffen zurück. Gerade Rheinland-Pfalz mit seinen ländlichen Strukturen könne mit den aus landwirtschaftlichen Kulturen gewonnenen Biokraftstoffen in Zukunft erheblich punkten. „Für 2006 wird bereits eine Produktionskapazität von rund 1,7 Millionen Tonnen erwartet. Durch diese neuen Anlagen wird die wachsende Nachfrage nach Pflanzenölen für die Biodieselproduktion befriedigt“, zeigte sich der Staatssekretär zuversichtlich.


Quelle: rundschau-online.de

Millionen fließen in Biodiesel-Anlage
CORDULA ORPHAL, 15.12.05, 22:15h

NIEDERKASSEL. Die schrecklichen Schwestern Rita, Katharina und Wilma beschwor Shoshrot Lugani. Angesichts der Wirbelstürme, des Klimawandels und der Ressourcenknappheit sei es „wichtiger denn je, wirtschaftlich verantwortlich zu handeln“. Dazu leiste die Anlage der KL Biodiesel GmbH & Co. KG, für die gestern auf dem Degussa-Gelände in Lülsdorf von Mitgliedern des indischen Clans der symbolische Grundstein gelegt wurde, ihren Anteil.
Bisher beschäftigten sich die Luganis in Ratingen mit anderem Stoff: Sie sind in der Textilbranche tätig, der Diesel aus Rapsöl soll ein weiteres Standbein sein für die Kinder und Kindeskinder. „Bei uns in Deutschland“, sagte Lugani in akzentfreiem Deutsch, „ist mit Hilfe steuerlicher Anreize eine Industrie um den Biodiesel als alternativem Brennstoff aufgebaut worden.“ Deutschland habe in der Welt einen wichtigen Vorsprung.
Eine Summe in zweistelliger Milliardenhöhe - genauere Angaben waren nicht zu bekommen - investiert die KL Biodiesel in ihre erste Anlage, die von einem Frankfurter Ingenieurbüro gebaut wird. 14 Arbeitsplätze werden hier entstehen. Im Spätsommer kommenden Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen und pro Jahr 100 000 bis 120 000 Tonnen Biodiesel und als Nebenprodukt 13 000 Tonnen Glycerin erzeugen. Und laufen die Geschäfte, gibt es schon Erweiterungspläne.

Die Partnerschaft mit der Degussa AG und die Lage am Rhein mit Gleisanschluss und guter Verkehrsanbindung seien absolute Pluspunkte, lobte Shoshrot Lugani. Der Regierungspräsident Hans Peter Lindlar verwies auf die schnelle Arbeit seiner Behörde. Eine solche Genehmigung habe vor einem Jahr noch zwölf Monate gedauert, nun seien es nur noch drei. Lindlar betonte aber auch, dass die Biodiesel-Herstellung aus Rapsöl auf Dauer sicher nicht subventioniert werde. „Das muss sich rechnen“, und der Biodiesel habe gute Chancen, dieses Ziel bald zu erreichen. Ende 2006 würden in Deutschland zwei Millionen Tonnen des alternativen Kraftstoffs erzeugt, der dann einen Marktanteil von sechs Prozent habe. Bürgermeister Walter Esser nannte die Grundsteinlegung einen „großen Tag“ und stieß an auf gute Nachbarschaft: „Die Degussa hatte immer die Philosophie, dass das Werk nicht am Werkszaun aufhört. Ich hoffe, das übernehmen Sie.“

Quelle: volksstimme.de

Biodieselproduktion wird in Sachsen-Anhalt ausgeweitet

Einen rasanten Aufschwung nimmt die Biodiesel-Produktion in Sachsen-Anhalt. 150 000 Tonnen pro Jahr stellen die MUW Biodiesel (Mitteldeutsche Umesterungswerke) im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen her. Das Magdeburger Bioölwerk hat seine Kapazität auf 75 000 Tonnen erweitert. In Halle hat die Biodieselanlage von JCN Neckermann mit einer Kapazität von 57 000 Tonnen die Produktion gestartet, und in Piesteritz bei Wittenberg soll ab Ende 2006 eine Großanlage 220 000 Tonnen Biodiesel jährlich erzeugen.

Bitterfeld. Georg Pollert, Geschäftsführender Gesellschafter bei MUW sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Um den Absatz des „grünen“ Kraftstoffes muss er sich derzeit keine Sorgen machen. Das Werk im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen beliefert die Mineralölindustrie und mehrere Großabnehmer. Als Beimischung zum mineralischen Diesel ist der Kraftstoff gefragt. Auch die Maschen des Tankstellennetzes für reinen Biodiesel werden in Deutschland immer enger.

Der Jahresumsatz des Unternehmens mit 52 Mitarbeitern (darunter sechs Lehrlinge) liegt bei 110 Millionen Euro. „Wir haben die letzten zwei Jahre sehr gut verdient“, sagt Pollert. Doch die enorm wachsenden Produktionskapazitäten im Land würden das Angebot von Rapssaat und Rapsöl verknappen und die Rohstoffpreise weiter nach oben treiben, befürchtet er. Gleichzeitig sinken die Verkaufspreise für das Nebenprodukt Pharmaglycerin. Anders als beispielsweise das Bioölwerk Magdeburg, das die in der Region geerntete Rapssaat vorwiegend selbst presst, verfügen die MUW über keine eigene Ölmühle. Sie beziehen das Pflanzenöl aus Hamburg, Riesa, dem Ruhrgebiet und aus Polen. In diesem Jahr haben die MUW-Gesellschafter Bernd Sauter, Claus Sauter und Pollert in den Bau einer Biodieselanlage in Schwedt mit ebenfalls 150 000 Tonnen Jahreskapazität investiert. „Zum Bau einer eigenen Ölmühle sind wir noch nicht gekommen.“, so der Geschäftsführer. „Jetzt sind wir etwas spät dran.“

Quelle: taz.de

Biodiesel soll erstmals besteuert werden

Bisher wurde für Biodiesel keine Mineralölsteuer fällig - ab 2007 sollen es 10 bis 15 Cent pro Liter sein
BERLIN taz Biodiesel wird teurer: Ab 2007 soll die Steuerbefreiung auslaufen, so hat es die große Koalition beschlossen. 10 bis 15 Cent Mineralölsteuer würden dann pro Liter reinem Biodiesel anfallen. Dies ist immer noch weniger als beim normalen Diesel, dort beträgt der Steuersatz 47 Cent je Liter.

Inzwischen wird der reine Biodiesel an rund 1.900 Tankstellen verkauft. Theoretisch. Denn "Biodiesel ist praktisch ausverkauft", sagt Stephan Zieger vom Bundesverband Freie Tankstellen. Diese Knappheit lässt die Preise steigen. Trotz der Steuerbefreiung ist Biodiesel an der Zapfsäule "nur noch 3 bis 4 Cent billiger" als normaler Diesel, hat Zieger festgestellt. "Der Biodiesel ist tot, wenn er besteuert wird."

Auch der grüne Umweltpolitiker Hans-Josef Fell moniert, dass die geplante Mineralölsteuer für reinen Biodiesel "etwas zu hoch" sei. Er hält 5 Cent für angemessen - also 10 Prozent des regulären Mineralölsteuersatzes. Denn etwa ein Zehntel des reinen Biodiesels bestehen aus fossilem Methanol, das aus Erdöl oder Erdgas gewonnen wurde. "Das könnte ruhig besteuert werden."

Neben dem reinen Biodiesel gibt es auch "Beimischungen": Bis 2,4 Prozent des normalen Diesels sind inzwischen Biodiesel. Bis 2010 soll der Anteil auf 5,75 Prozent steigen, hat die EU dekretiert. Bisher ist auch der beigemischte Biodiesel steuerfrei - künftig soll für ihn der volle Steuersatz von 47 Cent gelten.

Die Bild am Sonntag ist schon alarmiert: Normaler Diesel würde dann um 3 Cent pro Liter teurer, meldete das Blatt. Diese Sorge teilt nicht jeder, denn "da gibt es noch Spielräume bei den Preisen", sagt Fell. Hartnäckig hält sich der Verdacht, dass die Mineralölkonzerne den steuerfreien Biodiesel bisher beigemischt haben, ohne die Kostenersparnis an ihre Kunden weiterzugeben.

Die Steuerbefreiung des Biodiesels hat den Bund 2004 rund 559 Millionen Euro gekostet. Schon die rot-grüne Regierung befand im Sommer, dass diese Subvention zu großzügig bemessen sei. In einem Bericht an den Bundestag rechnete sie vor, dass der reine Biodiesel um 5 Cent pro Liter "überfördert" würde und die Beimischungen sogar mit 10 Cent.

Ähnlich urteilte jüngst das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI: Die Steuerbefreiung für Biodiesel sei "weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll". Denn Biodiesel würde die Treibhausgase nicht um 100, sondern nur "zwischen 41 und 78 Prozent" reduzieren - und dies bei immensen Kosten. ULRIKE HERRMANN

Quelle: netzzeitung.de

Biodiesel soll teurer werden

In ganz Deutschland schießen Biodieselanlagen wie Pilze aus dem Boden. Ende des Jahres wird die Produktionskapazität bei knapp zwei Millionen Tonnen liegen. Im nächsten Jahr werden es bereits 2, 5 Millionen Tonnen sein. Und bis Ende 2007 wird voraussichtlich die 3-Millionen-Tonnen-Marke geknackt. Allerdings bleibt der Ausbau der Ölmühlenkapazitäten derzeit hinter der Entwicklung der Biodieselproduktion zurück. Experten der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpfl anzen (UFOP) befürchten deshalb, dass es zu Engpässen bei der Bereitstellung von Rapsöl kommen könnte und mahnen Investitionen in Ölmühlen an.

Laut UFOP reagieren die Landwirte in Deutschland mit einer Ausweitung des Rapsanbaus auf die wachsende Nachfrage nach Biokraftstoff. Raps sei laut einer Umfrage unter Landwirten für die Ernte 2006 auf einer Rekordfl äche von 1, 43 Millionen Hektar ausgesät worden. Das ist ein Zuwachs von 7, 8 Prozent oder 103 000 Hektar.

In Sachsen-Anhalt wurde Raps in diesem Jahr auf 142 000 Hektar angebaut. Nach der UFOP-Umfrage wurde diese Fläche für die nächste Ernte um 11, 9 Prozent ausgedehnt.
Von Bettina Koch

Quelle: n-tv.de

Biodiesel bleibt begünstigt

Union und SPD wollen reine Biokraftstoffe entgegen ihrer Koalitionsvereinbarung nun doch weiter steuerlich fördern. "Dies zeichnet sich nach Gesprächen zwischen den neuen Regierungsfraktionen klar ab", sagte der SPD-Energiepolitiker Hermann Scheer der "Berliner Zeitung". Reine Ökokraftstoffe wie Biodiesel, aber auch Bioethanol, sollen demnach weiter von der Mineralölsteuer befreit bleiben. Ursprünglich hatten Union und SPD vereinbart, die bisherige Steuerbefreiung zu streichen und durch einen Beimischzwang zu ersetzen. Dies hatte bei Landwirten und Branchenverbänden scharfen Protest hervorgerufen.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Union und SPD berichtet, läuft nun alles auf einen Kompromiss hinaus. Scheer zufolge sollen Biokraftstoffe in Reinform wie bisher von der Mineralölsteuer in Höhe von 47 Cent je Liter befreit werden. Dies sichert Biodiesel an den Zapfsäulen gegenüber normalem Diesel einen Preisvorteil zwischen zehn und zwanzig Cent je Liter. Mit der Mineralölsteuer sollen dagegen künftig diejenigen Biokraftstoffe belegt werden, die regulären Kraftstoffen beigemengt werden.

Auch der CSU-Umweltpolitiker Josef Göppel erklärte laut Zeitung, dass reiner Ökokraftstoff vorteilhaft für die Umwelt sei und deswegen von der Mineralölsteuer befreit sein müsse. Die Steuer werde nur auf die beigemischten Mengen anfallen. Auf diese Linie habe sich die Bundestagsfraktion von CDU und CSU in ihrer Sitzung am vergangenen Sonntag verständigt.

Quelle: www.echo-online.de

Bio-Diesel in Umstadt

Umwelt: Dieselfahrzeuge der Stadtwerke fahren mit Pflanzenöl – Etliche Vorteile

GROSS-UMSTADT. Auf Initiative der städtischen Energieberatung fahren alle Dieselfahrzeuge der Stadtwerke mittlerweile mit „plantanol-diesel“. Dieser neu entwickelte Treibstoff besteht nach Angaben der städtischen Pressestelle zu fünfzig bis siebzig Prozent aus reinem Pflanzenöl und zu dreißig bis fünfzig Prozent aus Diesel. Die Basis von plantanol-diesel bilden modifizierte Pflanzenöle, die durch Zündkraft verstärkende und Verbrennung verbessernde pflanzlichen Komponenten aufgewertet sind. Laut Hersteller und Langzeittests gibt es klare ökologische Vorteile, höhere Leistungsausbeute und dadurch geringeren Kraftstoffverbrauch bei geräuscharmem und schonendem Lauf des Motors.

Quelle: Norddeutsche Neueste Nachrichten Von Reiner Frank

Biodiesel-Werk für Rostocker Ölhafen

Investor ist Biopetrol Industries/Anlage baut Lurgi AG
Im Großtanklager des Rostocker Ölhafens soll ein Biodiesel-Werk entstehen. Investor ist die Biopetrol Industries AG aus Zug in der Schweiz, die die Anlagen bei der Lurgi AG in Frankfurt/Main bauen lässt.

Die Anlagen werden für eine Produktion von 150 000 Tonnen im Jahr ausgelegt. Mit Option einer Erhöhung auf 200 000 t. Die Investition beläuft sich auf 23 bis 24 Millionen Euro, der Vertrag mit dem Anlagenbauer Lurgi ist gezeichnet, Ende Oktober 2006 soll das Werk voll produktionswirksam sein und ca. 30 Jobs schaffen, erklärt Holger Künzel, Mitglied des Verwaltungsrates von Biopetrol Industries. Wenn das Wetter es zulässt, wird in den nächsten Tagen mit dem Erdbau im Ölhafen begonnen und danach die Bodenplatte gesetzt.

Die Biopetrol Industries AG mit Sitz in Zug (Schweiz) produziert und vertreibt mit ihren Tochtergesellschaften Biodiesel und Pharmaglycerin, was bei der Biodiesel-Produktion als Beiprodukt entsteht. Zur Gruppe mit ihren 63 Mitarbeitern gehört die Produktionsstätte im brandenburgischen Schwarzheide, wo gegenwärtig 150 000 t Biodiesel sowie 30 000 Pharmaglycerin produziert werden.

Der Kurs ist auf Expansion abgesteckt. Biopetrol Industries ist nach eigenen Angaben auf dem Wege in die Top 5 der europäischen Biodiesel-Hersteller. Für 2008 wird eine Jahreskapazität von rund 750 000 t Biodiesel sowie 70 000 Pharmaglycerin angesteuert. Nach Rostock sind neue Anlagen in Westdeutschland und Benelux geplant.

Biodiesel ist neben Bioethanol (auch hier gibt es im Hafen Ansiedlerpläne) eine Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen, bietet Umwelt- und auch ökonomische Vorteile Er wird aus nachwachsenden Pflanzen wie Raps gewonnen. Rapsöl als Ausgangsstoff wird im Rostocker Hafen bereits für das Werk in Schwarzheide umgeschlagen.

Quelle: Ludwigsluster Tageblatt

Politik unterstützt Biodiesel-Hersteller

Bürgermeister stellt Baurecht für 2006 in Aussicht
Ludwigslust • Seit einem Jahr bemüht sich eine Hamburger Investorengruppe um einen Standort im Ludwigsluster Industriegebiet, neben der Thermischen Abfallverwertungsanlage. Auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche will eine seit über 80 Jahren am Markt befindliche Firma nachwachsende Rohstoffe verarbeiten.


Die am Standort Ludwigslust entstehende Oleo Produktion GmbH will in der weiteren Entwicklung aus Rohöl nicht nur Biodiesel herstellen. Nach anfänglichen Problemen mit dem noch nicht vorhandenen B-Plan (SVZ berichtete) konnten vor einem Treffen mit Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet zwischen Bauamt der Stadt und Peter Carroux sowie Hartmut Villeumier, beide Nordische Oelwerke, inhaltliche Ziele abgeglichen werden.
Im Gespräch versicherte Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann, dass in der Stadtvertretung am 14. Dezember die erste Abwägung aus der vorgezogenen Beteiligung der Genehmigungsbehörden erfolgt und bis März/April 2006 der Stand für die Baugenehmigung erreicht sein könnte.

"Nachdem das Baurecht kein Problem mehr zu sein scheint, sind wir wild entschlossen zu bauen", erklärt Manager Hartmut Villeumier. Neben der Förderung bilden die Autobahnabfahrt der künftigen A14 vor der Haustür und die Nähe des Autobahnkreuzes A14/A24 für die Hamburger, von der Logistik her, einen optimalen Standort. An die Adresse des Wirtschaftsministers gerichtet, verwies Villeumier darauf, dass der Mittelstand für Investitionen Sicherheit über Jahre brauche. Kapitalmittel kämen für den Mittelstand oft von Banken. Diese seien geschockt von der Festlegung im Berliner Koalitionsvertrag, Abstriche bei der Biodieselförderung vorzunehmen.

Angesichts knapper werdender Rohstoffe in der Welt dürfte in Berlin noch Nachdenken zu erwarten sein. Infolge der veränderten EU-Förderungen bietet sich mit dem neuen Werk auch für die Bauern ein interessantes Wirtschaftsfeld, so die Aussage. Wolf-Helmut Sieg, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises, sieht hier erweiterte Anbaumöglichkeiten. Eine Alternative zu rückläufigen Mitteln aus der Agrarförderung könnte auch die Rohölherstellung sein, zu der sich Agrargesellschaften zusammen schließen könnten, um das neue Werk zu beliefern. Eine Jahresverarbeitungskapazität von 100000 Tonnen biete Perspektiven in einer zukunftsträchtigen Branche.

Quelle: RWI Essen:

 Biodiesel zunehmend besteuern

Essen, den 1. Dezember 2005 - Nach einer aktuellen Studie des RWI Essen sollte die völlige Steuerbefreiung von Biodiesel abgeschafft werden. Sie lässt sich weder mit Beschäftigungseffekten, noch durch die Ökobilanz oder Gründe der Emissionsvermeidung rechtfertigen. Ebenso kritisch ist eine Beimischungspflicht für Biodiesel zu bewerten. Stattdessen sollte die Forschung im Bereich Biotreibstoffe vorangetrieben werden, damit diese zukünftig ohne spezielle Förderung am Markt bestehen können.

Biodiesel weiterhin von der Mineralölsteuer zu befreien, ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Stattdessen sollte Biodiesel in Zukunft wenigstens teilweise und zunehmend besteuert werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des RWI Essen. Momentan wird auf Biotreibstoffe wie Biodiesel und Bioethanol keine Mineralölsteuer erhoben. Dies soll helfen, die unverbindlichen Quoten der EU-Richtlinie 2003/30/EC für Biotreibstoffe zu erfüllen. Demnach wird in den EU-Mitgliedstaaten für 2005 ein Biotreibstoffanteil von 2 Prozent angestrebt, bis 2010 ist ein Anteil von 5,75 Prozent vorgesehen. Bereits im Jahr 2004 verursachte die Steuerbefreiung von Biodiesel allein in Deutschland Steuerausfälle von rund 500 Millionen Euro. Zur Zeit ist Deutschland innerhalb der EU der mit Abstand größte Produzent von Biodiesel.

Die Steuerbefreiung wird neben Umwelteffekten auch mit positiven Beschäftigungseffekten in der Landwirtschaft gerechtfertigt. Aus ökonomischer Sicht hemmt diese Subventionierung jedoch den notwendigen Strukturwandel im Agrarsektor. Um den angestrebten Biodieselanteil von 5,75 Prozent zu erreichen, käme es zudem zu vermehrtem Wettbewerb um Ackerland, da der Rapsanbau erheblich ausgeweitet werden müsste. Dies könnte zu höheren Preisen für landwirtschaftlich erzeugte Nahrungsmittel führen.

Steuerbefreiung lässt sich nicht mit Ökobilanz begründen

Bei genauerer Betrachtung aller ökologischen Wirkungen zeigt sich, dass sich die Steuerbefreiung von Biodiesel auch aus der Perspektive der Umwelt nicht rechtfertigen lässt. So reduziert sich zwar der Ausstoß von Treibhausgasen gegenüber fossilem Diesel, jedoch nicht um 100 Prozent, sondern nur um einen Wert zwischen 41 und 78 Prozent. Dies liegt sowohl am geringeren Energiegehalt des Biodiesels, als auch an der energieintensiven Verarbeitung des Raps. Die große Bandbreite resultiert unter anderem daraus, ob und in welcher Höhe weiterverwertbaren Nebenprodukte der Biodieselproduktion in der Ökobilanz berücksichtigt werden.

Darüber hinaus ist Biodiesel keinesfalls eine kosteneffiziente Strategie zur Emissionsvermeidung. Mit ca. 140 bis 300 Euro pro Tonne liegen die Emissionsvermeidungskosten weit über dem mittelfristig geschätzten Preis von 30 Euro pro Tonne für CO2-Zertifikate. Biodiesel bedarf deshalb auch in Zeiten des Emissionshandels einer Förderung.

Forschung sollte intensiviert werden

Da weder ökonomische noch ökologische Motive für eine weitere komplette Steuerbefreiung von Biodiesel sprechen, fordert das RWI Essen, Biodiesel in Zukunft zumindest teilweise und zunehmend zu besteuern. Es rät hingegen davon ab, die Steuerbefreiung - wie im Koalitionsvertrag von CDU und SPD vorgesehen - durch eine Beimischungspflicht zu ersetzen. Die Mineralölwirtschaft würde die damit verbundenen Kosten voraussichtlich über höhere Dieselpreise an die Verbraucher weitergeben. Zudem würden auch in diesem Fall die Preise für landwirtschaftlich erzeugte Nahrungsmittel steigen, da der ausgedehnte Rapsanbau eine Konkurrenz um Ackerflächen zur Folge hätte.

Begrüßt wird vom RWI Essen hingegen die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Absicht, Forschung und Entwicklung bei nachwachsenden Rohstoffen voranzubringen. Auf diese Weise könnten auf längere Sicht Biotreibstoffe entwickelt werden, die auch ohne Steuerbefreiung oder Beimischungspflicht am Markt bestehen könnten.


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